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Januar 2009

Wie versprochen hier ein ausführlicher Bericht Virus Scalpel vs Nightmare

In der linken Ecke mit 170 ein Virus Scalpel in der Basisausführung, Breite 20cm.
In der Rechten ein 163 Nightmare als Team Edition, Breite 15cm.
In der Mitte Impi 189cm groß und ein 90 Kg Leichtgewicht.

Abgesehen von der Breite ist der erste große augenscheinliche Unterschied die Vorspannung.
Hier bringt das Scalpel 15mm auf das Lineal. Das Night beeindruckt mit stolzen 35mm.
Am meisten Respekt habe ich allerdings vor der Breite und den damit verbundenen spitzen Bindungswinkel. Hier hat man ja schon viel gelesen von verdrehten Knien bis zur Unfahrbarkeit bei Driftschwüngen und weichen Pisten. Aber wir werden sehen.
Ich selber bin mittlerweile in der Lage halbwegs liegende Turns zu fahren. Optisch zwar verbesserungswürdig aber ohne große Sturzorgie.

Das Scalpel ist eigentlich mein Hauptboard (siehe auch meinen anderen Testbericht). Ich habe es wegen seiner recht universellen Einsatzfähigkeit gekauft und wurde bisher nicht enttäuscht. Als einziges Manko würde ich die Schwerfälligkeit beim Umkanten gegenüber einem schmalen Board beanstanden. Aus diesem Grund legte ich mir das Night zu. Meine Vorstellung war dabei, dass ich dadurch ein Board habe das weniger zum Extremcarven geeignet ist aber besser zur Hasenjagd, sprich kurze schnelle Schwünge auf Ziehwegen und vollen Pisten. Wie einfältig diese Vorstellung war sollte sich schnell zeigen.

08.45 Uhr, Sonne, Neuschnee in der Nacht aber die Piste noch relativ hart. Nach vorsichtigen anrutschen auf dem Night stellte ich fest, dass der spitze Bindungswinkel gegenüber dem Flacheren des Scalpel völlig wumpe ist. Dies war die Erste große Überraschung. Eine Umstellung war überhaupt kein Problem und nach einer Abfahrt so als ob diese Einstellung nie anders gewesen währe. Hier kann ich also einigen die Ängste nehmen die sich darum Sorgen machen. Und nun kam der nächste Hammer. Nachdem ich die Frontside wie immer eingeleitet habe und hier keinen großen Unterschied merken konnte kam eine lange, wie auf Schienen gezogene, Backside. Auch bei den nächsten Schwüngen stelle ich fest, dass sich die Backside mit dem Night deutlich spursicherer fahren konnte. Liegende Turns ließen sich hier deutlich leichter ansteuern, da es leichter war die hohe Geschwindigkeit mit in den Turn zu nehmen. Beim Scalpel neige ich eher dazu den Schwung durch die Körperrotation mit einen kurzen Drift einzuleiten. Hierfür habe ich folgende Erklärung. Entweder liegt dies an der härteren Abstimmung der Team Edition des Night (hier währe jetzt ein härteres Scalpel interessant gewesen) oder an dem spitzeren Bindungswinkel, der den Schwung harmonischer einleiten lässt. Tatsache ist, dass ich mit dem Night auf relativ harten Pisten besser auf der Backside zurechtkam. Doch was ist nun mit der Hasenjagd? Meine Philosophie schmales Board, schnelles Umkanten, entspannendes fahren ging voll in die Hose. Das Night muss hier deutlich sauberer gefahren werden unterm Strich ist dies eher anstrengender. Es ist auch einfacher ein breites Board lässig auf die Kante zu stellen um notfalls auch ein wenig zu driften als die schmale Planke. Sicher sagen gleich wieder einige: “Wer will schon driften“. Ich persönlich schone aber gern meine Kräfte auf lästigen Ziehwegen und vollen Pisten um es dann später richtig krachen zu lassen. Umso flacher die Piste desto mehr muss man mit dem Night aufpassen nicht zu verkanten. Hier geht der Punkt klar an das Scalpel.
Im Bereich des Extremcarvens konnte ich gegenüber dem Scalpel keinen Nachteil feststellen. Durch die angenehmere Backside würde ich aber den Punkt dem Night geben.

13.00 Uhr wir erinnern uns. Es gab in der Nacht Neuschnee und morgens waren die Pisten glatt wie ein Baby Po. Jetzt sah es anders aus. Die Piste war ziemlich zerfahren und vor allem sehr weich. Auch hier setzte ich wieder wie gewohnt zu den Schwüngen an. Doch der Vorteil vom Vormittag sollte nun zum Nachteil werden. Das Night fraß sich dermaßen in den Schnee, dass ich regelrecht ausgebremst wurde. Am Anfang blieb ich nach der Backside oftmals einfach nur liegen. Auch hier musste man also deutlich konzentrierter fahren als mit dem Scalpel. Es funktionierte zwar nach ein, zwei Abfahrten, war aber deutlich anstrengender und ich sehnte mich ein wenig nach meinem Scalpel. Ein wenig enttäuscht steuerte ich dann gegen 15.30 die Schirmbar an. Abschließend kam ich aber zu folgender Erkenntnis.

Das EC macht mit dem Night auf harten Pisten eigentlich mehr Spass und ging mir deutlich leichter von den Füssen obwohl ich dies eher dem Scalpel zugetraut hätte. Das man zum EC ein breites Board brauch ist in meinen Augen nicht richtig genauso wie die Aussage das ein schmales Board nicht driften kann. Hier spielen eher die persönlichen Vorlieben eine Rolle. Wenn ich mich zwischen beiden Boards entscheiden müsste würde ich aber aufgrund der Vielseitigkeit und des leichteren fahren das Scalpel vorziehen. Da ich mich aber nicht entscheiden muss betrachte ich das Night als klasse Ergänzung und werde es je nach Bedingungen einsetzen.


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